La Campana und die Vogelperspektive oder das Gefühl fast zu fliegen

Wenn wir Flügel hätten, würden wir genau jetzt abheben. Wir stehen am dafür perfekten Ort. Auch wenn von Leichtigkeit in unseren Gliedern keinerlei Spur mehr zu finden ist. Im Gegenteil. Doch was sich unter uns ausbreitet, ist so atemberaubend schön, dass wir die Schmerzen in unseren Beinen für einen Moment vergessen. Wir können zum ersten Mal über die Bergspitzen sehen. Und das Schönste dabei – wir sehen am Horizont die schneebedeckten Anden und auf der anderen Seite das Meer. Das war bisher aus unserer Sicht nur als Vogel möglich. Doch heute haben wir selbst die Vogelperspektive erlangt. Es ist fast so als würden wir fliegen.  Weiterlesen…

Ja, wo sind wir denn hier eigentlich?

Da ist dieser wirklich schmale Streifen Land, der sich an die Anden schmiegt, als würde er sich vor dem Pazifik schützen wollen. Den man auf der Weltkarte fast übersehen könnte. Von dem viele nur wissen, dass er in Südamerika liegt, neben der großen Landfläche, die sich Argentinien nennt. Und wenn sie ihn das erste Mal besuchen wollen, entstehen die wildesten Reiseideen, die sie dann den Menschen entgegenbringen, die im Tourismus arbeiten und deren Reise planen sollen. Es kommen Wünsche auf wie: wir wollen mit dem Schiff von Santiago auf die Osterinsel fahren. Oder man würde gerne innerhalb von einer Woche in die Atacama Wüste, den Torres del Paine Nationalpark und auf die Insel Chiloé reisen. Fragen werden gestellt wie: Warum regnet es eigentlich so viel im Süden, wenn in Santiago doch so oft die Sonne scheint? Oder man wird gefragt, wieso einem kalt ist, man sei doch in Südamerika.
Es ist also schön, über das Asado zu schreiben, die Farben in der Atacama Wüste zu beleuchten oder die Seenregion glänzen zu lassen, aber was nützt dies alles, wenn ein paar grundlegende Dinge ungeklärt sind? Es ist also an der Zeit, ein paar Mythen aufzudecken und vor allem eine grundsätzliche Frage zu klären – ja, wo sind wir denn hier eigentlich? Weiterlesen…

Regen in der Hauptstadt – ein kurzer Versuch einen unbegreiflichen Ausnahmezustand zu beschreiben

Regen. Herrlich. Wenn er so gegen die Fensterscheiben klopft, auf das Dach prasselt, die Luft mit einem ganz besonderen Geruch erfüllt. Auf das Gemüt schlagend, wenn er das zu oft tut, aber auch auf das Gemüt schlagend, wenn er das gar nicht mehr tut. Seit Monaten hat er sich nicht mehr blicken lassen. Die Stadt lechzt nach Wasser. Die Luft ist geschwängert von Abgasen, dick und kalt hängt sie über der Stadt. Die Anden am Horizont sind an manchen Tagen schon gar nicht mehr zu sehen. Die Grünflächen in den Parks und in den Straßen werden künstlich bewässert, die Wasserspeicher gehen immer mehr zurück. Der Río Mapocho, der durch die Stadt fließt, ist nur noch ein dünnes Rinnsal. Gespeist wird er vom Schmelzwasser der Anden, doch diese sind immer noch ohne Schnee. Weiterlesen…