La Campana und die Vogelperspektive oder das Gefühl fast zu fliegen

Wenn wir Flügel hätten, würden wir genau jetzt abheben. Wir stehen am dafür perfekten Ort. Auch wenn von Leichtigkeit in unseren Gliedern keinerlei Spur mehr zu finden ist. Im Gegenteil. Doch was sich unter uns ausbreitet, ist so atemberaubend schön, dass wir die Schmerzen in unseren Beinen für einen Moment vergessen. Wir können zum ersten Mal über die Bergspitzen sehen. Und das Schönste dabei – wir sehen am Horizont die schneebedeckten Anden und auf der anderen Seite das Meer. Das war bisher aus unserer Sicht nur als Vogel möglich. Doch heute haben wir selbst die Vogelperspektive erlangt. Es ist fast so als würden wir fliegen.  Weiterlesen…

Ein Streifzug über eine Insel, auf der die Welt noch in Ordnung zu sein scheint – Chiloé.

Chiloé. Mystische Insel. Legenden erzählt man sich auf deinen Hügeln – von Geisterschiffen, die des Nachts die Küste anlaufen, von verstorbenen Seelen, die man in deiner Bucht weinen hört, vom Trauco dem Gnom, der die Frauen in seinen Bann zieht und verführt… Götter und Fabelwesen, die deine grüne Erde bewohnen. Betritt man dein Land, so ziehst du einen in deinen Bann, es ist, als würde man plötzlich selbst ein mystisches Wesen dort hinten am Horizont stehen sehen, im Winde wehendes Haar, bevor es langsam vor dem wolkenbehangenen Himmel verschwimmt.
Viel haben wir von dir gehört, es gibt keinen, der nicht von dir schwärmt und so zogen auch wir aus, um durch deine Wälder zu streifen, deine Hügel zu erklimmen, deine Möwen lachen zu hören, deinen Regen zu spüren, deine Erde zu riechen, deine auf Stelzen gebauten Häuser zu bewohnen, dein Meersalz auf den Lippen zu schmecken.
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Ehrfurcht

Sich in dir spiegelnd versinkt der rote Feuerball langsam in deinen Tiefen am Horizont.
All deine Kraft zeigen wollend, bäumst du dich auf,
als wolltest du seine letzten Strahlen einfangen.
Du greifst nach ihnen,
lässt sie auf dir tanzen,
verschlingst sie gar,
bevor du sie wieder fallen lässt.
Tosend, schäumend, zerfließen sie im Sand.
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Lichtspiel

Ein Sonnenuntergang in der Atacama Wüste ist wie ein einziges Leuchten. Wenn die Sonne ihre tiefen Strahlen ein letztes Mal über das Meer aus Sand und Gestein gleißen lässt, verabschiedet sich die Wüste in ihren schönsten Farben. Ein Vogel möchte man sein, der höher fliegen kann, als dieser Hügel, auf dem wir stehen, damit wir selbst noch hinter den Licancabur blicken können, in diese endlos leuchtende Weite. Weiterlesen…

Wo Natur so spürbar mächtig ist – Región de los Lagos 4. und letzter Teil

Zu Besuch bei einem tausend Jahre alten Lebewesen

Alerce Andino. Sehnsuchtsvoll denken wir an dieses Stück Natur zurück, das nach einem ganz besonderen Baum benannt ist. Von dem wir nur wenig gehört hatten und das uns vielleicht deshalb so gereizt hat. Schließlich sind die Orte, die nur wenig besucht sind, meistens die besonderen. Und dieser ist ein ganz besonderer. Da lohnt es sich auch, einen sieben Kilometer langen Weg zu Fuß zurücklegen zu müssen, bevor man überhaupt seine Pforten erreicht. Und man sich, wie so oft in Chile, die verschiedensten Aussagen über das Hinkommen anhört, um die für sich logischste rauszupicken und hofft, dass man richtig gewählt hat. Spätestens wenn man vor einem Lebewesen steht, das so langgestreckt ist, dass man den Kopf tief in den Nacken legen muss, um seine Spitze überhaupt sehen zu können, dann weiß man, dass man richtig gewählt hat. Denn egal wie man hingekommen ist, vor einem tausend Jahre alten Lebewesen zu stehen, ist ein wahrhaft andächtiger Moment, der einen jegliche Strapazen vergessen lässt. Weiterlesen…

Wo Natur so spürbar mächtig ist – Región de los Lagos 3. Teil

Wo Vulkane Appetit auf Toblerone Schokolade auslösen

Wenn die morgendlichen Sonnenstrahlen auf das Wasser des Todos los Santos Sees treffen, dann verwandeln sie ihn ein in türkisfarbenes Meer. An den Ufern erstrecken sich wie fast überall in Chile Berge hinter Bergen, auf der linken Seeseite vor allem Vulkanspitzen die weiß glänzend in die Höhe ragen. Wäre da nicht der etwas laute Schiffsmotor könnte man meinen, man habe erneut ein Stück vom Paradies gefunden. Weiterlesen…

Wo Natur so spürbar mächtig ist – Región de los Lagos 2. Teil

Im Neoprenanzug durchs Paradies

Das Paddel taucht in das türkisfarbene Wasser. Am Horizont erhebt sich die schneebedeckte Spitze eines Vulkans, der Himmel strahlendblau und plötzlich tauchen aus dem frischen Nass Rückenflossen auf, eine nach der anderen, bevor sie wieder versinken und wieder auftauchen. Delfine. Hier grinsen sogar die Tiere. Haben wir das Paradies gefunden? Es fühlt sich ein wenig so an… Weiterlesen…

Wo Natur so spürbar mächtig ist – Región de los Lagos 1.Teil

Ostseeschick und Schwarzwaldflair in Südamerika

Es ist Freitagabend in Santiago. Die Stadt kollabiert wie jeden Freitag um diese Zeit, die Straßen sind verstopft, die Metro zu voll, als dass man noch einen Quadratzentimer Patz finden würde, schon gar nicht mit großem Rucksack auf dem Rücken. Mit Mühe und Not finden wir im Verkehrschaos und Straßenlärm noch ein leeres Taxi, schmeißen unser Gepäck auf den Rücksitz und rufen eilig, wir müssen zum Busterminal. Es bleiben noch 25 Minuten bis zur Abfahrt des Busses, eigentlich schier unmöglich doch der Taxifahrer gibt sein bestes und rast durch die Straßen. Drei Minuten vor Abfahrt hält das Taxi vor dem Terminal. Weiterlesen…