Pan con Palta oder was die grüne Mousse mit dem weißen Brot zu tun hat

Wer sich bei Ankunft in Chile gefragt hat, was denn die grüne Mousse dort auf dem Frühstückstisch im Hotel sein soll, wird sie am Ende seiner Zeit in diesem Land wahrscheinlich nicht mehr missen wollen.
Man nehme Pan, zu Deutsch: Brot. Weißbrot selbstverständlich, was anderes kommt hier ungern auf den Tisch. Am allerliebsten die Marraqueta, eine Sorte Weißbrot, die es nur in Südamerika gibt und in Chile, Bolivien und Peru gegessen und geliebt wird. Man toste es. Sollte das Brot zu groß sein, um es in dem üblichen Toaster zu rösten, so gibt es auch dafür eine Lösung – dir Art Toaster, die schon Großmutter verwendete, bevor es den neumodischen Krams gab. Die Kunst hierbei ist, das Brot nicht verbrennen zu lassen, schließlich legt man den Toaster über die offene Flamme des Gasherdes.
Dann nehme man eine Palta, zu Deutsch: Avocado. Am besten die Sorte Hass. Ja, für uns Deutsche ein etwas ungewöhnlicher Name, aber eine der besten Sorten. Sie sollte weich sein. Man teile sie in der Mitte, löffle den Inhalt auf einen Teller und zermatsche ihn mit Hingabe und einer Gabel, bis eine grüne Mousse entsteht.
Diese streiche man dann auf sein frisch geröstetes Brot, streue etwas Salz drüber und voilà – man genieße.

 

Zum Frühstück oder zu den Las OncePan con Palta gehört zu den chilenischen Gaumenfreuden so sehr, wie der Stern auf die Flagge. Es verfolgt einen quasi, egal wo man isst – ob im landestypischen Hotel am Frühstückstisch oder bei der chilenischen Familie bei den Las Onces. Diese sind übrigens so etwas wie unser deutsches Abendbrot, das man zwischen 17:00 und 21:00Uhr einnimmt. Der Name stammt von dem Wort aguardiente, das aus elf – once – Buchstaben besteht und Schnaps, Branntwein bedeutet. Es gibt verschiedene Geschichten, die die Herkunft des Begriffes erzählen – eine davon ist, dass die Minenarbeiter Ende des 19. Jahrhunderts ihr Vesper mit einem Schnaps einnahmen, hierbei aber nicht vom Schnaps an sich sprachen, sondern lediglich vom once, damit ihre Frauen nicht dahinter kamen, was sie wirklich tranken.

Heute trinkt man aber eher keinen Schnaps mehr, sondern nimmt sein once gediegen mit einem Tee ein und beiße dabei genussvoll in sein knuspriges Brot mit der äußerst grünen Butter.